Pressestimmen

… Der Laden ist gesteckt voll. Man tummelt sich, wo es eben geht auf Boden und Bühne. Die Stimmung unter den gut 170 Wort-Voyeuren ist erwartungsvoll, interaktiv, spontan und spitzzüngig. Hamburg wird zur Slamtown – der kühle Norden redet sich warm… Klar, daß am Ende nur der Spaß gewinnen kann – Slam ist einfach Party!
Hamburger Morgenpost

Vor dem Hamburger Live-Club fools garden stehen sich knapp 200 Leute die Beine in den Bauch. Rockkonzert, denkt man. „Hamburg ist Slamburg”, steht aber an der Tür und meint: Gleich wird gelesen (...) Zeitgleich zum kulturpolitischen Gejammer hat sich in Deutschland also eine lebendige, interaktive Szene entwickelt, die aus der Not eine Tugend machte – und einer sehr gegenwartsbezogenen Literatur den Weg in die Clubs bahnte (...) Natürlich erfindet auch die neue Generation das Rad nicht neu. Aber sie entwickelt erstaunliche Sampling-Qualitäten; mixt respektlos die Literaturgeschichte, zappt ohne Rücksicht auf E und U quer durch die Kanäle.Was daraus entsteht, ist mehr als das Produkt intelligenter „Text-Jockeys”, mehr als nur die „neue Lust am Erzählen” (...) Und deshalb braucht sich auch niemand mehr Sorgen um den Zustand der deutschen Gegenwartsliteratur zu machen. Ihr geht’s ganz gut. Sie lehnt gerade am Tresen und trinkt ein Astra aus der Flasche.
Die Welt

Die Zuschauer drängen sich im fools garden, und alle sind sie begeistert: Auf der Bühne stehen Laien-Literaten. Wer Lust und Mut hat, darf fünf Minuten lang Selbstverfaßtes vorlesen … Das Publikum trampelt und pfeift, willkürlich bestimmte Juroren vergeben Punkte. Manchmal fallen heftige Worte, aber am Ende gehen alle zufrieden nach Hause mit ihren Preisen.
Prinz

On January 28, 1997, Hamburg’s first Open Slam took place at the cabaret club „fools garden” … The slam saw a line-up of 12 writers, including 3 poets, 2 character performers, 2 twins and one freak. The venue was packed by an audience of round about 120 people, who lost all of their north german stiffness along the evening and in the end showed unconcealed signs of craving further slams.
Slam! – the international performance poetry newsletter

Seit letztem Frühling schickt sich die junge Poetengeneration an, Live-Literatur endgültig aus dem Sumpf traditioneller Lesungen, leerer Stuhlreihen und abgehobener literarischer Zirkel zu ziehen (...) Die neue Slamhochburg der Stadt heißt fools garden!
Flyer Hamburg

Qualm, Jubel, Text: Seit einiger Zeit ist es en vogue, Hamburger Clubs zu betreten, um in Literatur zu machen. Ob Show oder Wettkampf, die Worte kehren zurück vom Podium ins Parkett. Und schüttelt so mancher Feuilletonist auch den Kopf: Die Szene ist, an seinem Papier vorbei, auf Austausch und Feedback geeicht.
Hamburger Rundschau

Kaum zu glauben, aber wahr: Unser Hamburg, das nicht gerade als Dorado für inspirierte oder inspirierende Schreiber galt, hat sich in Europa zu einer Hochburg der Literatur entwickelt. Innerhalb nur eines Jahres haben sich die sogenannten „Poetry-Slams” zu einem Spektakel entwickelt, das immer mehr Menschen in ihren Bann zieht. Der neue Trend, der seine Wurzeln in den USA hat, räumt kräftig auf mit der betulichen Art, in der sich Literatur bislang der Öffentlichkeit präsentierte. Poetry-Slams haben nichts mit herkömmlichen Dichterlesungen zu tun, ihr Geheimnis besteht in der unnachahmlichen Mischung aus Poesie und Performance. Das Publikum ist nicht zum bloßen Zuhören degradiert, sondern spielt eine aktive Rolle. Im Mittelpunkt steht das gesprochene und nicht das geschriebene Wort. Ein Poetry Slam ist Poesie pur.
Die Welt

Inzwischen gehören Poetry Slams in Großstädten wie Köln und Hamburg zum kulturellen Pflichtprogramm. Zuletzt kürte sich Hamburg als „Slamburg” und lockt monatlich junge Fans ins fools garden.
Der Spiegel

Beim Poetry Slam ist alles erlaubt, wenn es dem Publikum gefällt. „Weiter, weiter!” rufen die Zuschauer, als Dörte Krützfeld im Hamburger fools garden über einen Museumswärter liest, der zermalmte Nashornkäfer schnupft. So darf die 25jährige Studentin sogar weitermachen, als ihre Zeit längst um ist. Und die Jury schenkt ihr 7,3 Punkte auf der Skala von 0, für Wortmüll, bis 10, für lyrische Geniestreiche.
stern

Der Laden ist gerappelt voll, die Leute johlen vor Vergnügen, die Regeln stehen fest. Poetry Slam bedeutet eine Wettbewerbsschlacht mit lyrischen Texten. Jeder Poet bekommt fünf Minuten für seine Performance. Die selbstkreierten Texte und Gedichte werden gebrüllt und geflüstert, gelebt und gelitten. Zu Beginn werden Juroren aus dem Publikum ausgewählt, die jeden Auftritt auf einer Punkteskala von null bis zehn bewerten. Eine Null für ein Gedicht, das es nie hätte geben dürfen, und eine Zehn für einen Text, der multiple Orgasmen bei den Zuhörern auslöst. Das Publikum darf die Texte durch lautstarke Begeisterungsstürme oder mißbilligende Zwischenrufe quittieren. Da müssen die Performer starke Nerven haben.
Hamburger Rundschau

Texte zum Tanzen. Texte zum Lesen? Das war gestern. Texte zum Mitklatschen – Das ist Poetry Slam. Wenn aus Worten Parties werden ... (Hundert Leute) hocken bei 45 Grad unter einer geschlossenen Wolkendecke aus Zigarettenrauch im „fools garden” und schwitzen das Bier wieder raus, das sie als Kühlmittel in sich reinschütten. Warum tun junge Menschen so etwas Absurdes? Weil sie sich für Literatur interessieren. Kein Witz.
Allegra

Da muß der Sprachwitz einen doppelten Rittberger hinlegen. Slam Poetry ist schnell, direkt und knapp. Splatter, Weisheit, Blues, Karneval, Parodie oder Paranoia – alles eine Sache von Sekunden, Rhythmus und Pointierung. Und das Publikum kennt kein Pardon.
taz hamburg

Ein poetisches Vergnügen für feine Geister mit dickem Fell. Mitlesen kann, wer ein Dichterherz in seiner Brust hat oder zu haben glaubt. Aber nur drei Minuten lang.
Hamburger Abendblatt

Wer wagt, gewinnt – auf den Brettern, die die Weltliteratur bedeuten. Licht aus, Slam ab!
Kultur! News

Was verstaubte Lesungen, aufgeblasene KritikerInnen, langweilige Veranstaltungen und bemühte Verlage schon seit Jahren vergeblich versuchen, schafft eine neue Generation Hamburger Literaturschaffender mit kreativen Konzepten: Sie ziehen junge Leute zu Lese-Events, geben ihnen den Schuß, und schon sind sie auf der Droge Literatur – aufhören unmöglich.
HH 19

Versgewitter, Live-Rezensionen und Simultan-Gejubel, alles unter den gestrengen Augen und Ohren des Publikums, das wieder als Geschmackspolizei obwaltet.
taz Hamburg

Von Literatur bis Quatsch – Die Slams im fools garden leben von der Buntheit der mitgebrachten Texte. Mitunter, so Mitveranstalter Boris Preckwitz, 29, seien da „wahnsinnig schräge Vögel” dabei. Aber auch wenn es hier vordergründig um den Spaß geht, haben hier schon nachdenkliche Beiträge gesiegt. Ist es nicht gemein, Dilettanten für ihr Seelengedusel auszubuhen? „Das Leben ist keine Honigmelone”, meint Tina Uebel. Und da hat sie recht.
Hamburger Abendblatt