„Hamburg ist Slamburg”

Seit 1997 finden unter dem Slogan „Hamburg ist Slamburg” in Hamburg regelmäßige offene Poetry Slams statt, zunächst vier Jahre im Kabarett-Club fools garden, seit Januar 2001 im Molotow auf der Reeperbahn.

Pro Slam treten erfahrungsgemäß etwa 10 bis 15 Autoren auf, Lyriker ebenso wie Prosaschreiber, nach 5 Minuten klingelt für jeden Dichter die Eieruhr – wobei die Entscheidung letztendlich beim Publikum liegt, ob es einen abgebrochenen Dichter nicht doch noch bis zum bitteren Ende hören möchte. Eine fünfköpfige, nach völlig willkürlichen Kriterien bestimmte Jury verteilt Noten von 1 bis 10. Am Ende gewinnen die drei Besten Ruhm und wertlose Preise. Weiterhin vergeben die Moderatoren den „Dr.-Buhmann-Gedächtnispreis” an einen Dichter ihrer Wahl, und der gewiefteste Publikumszwischenruf erhält ein formschönes Kleinod. Das Publikum ist ausdrücklich aufgefordert, zu interagieren, und macht von diesem Recht in wechselnder Intensität Gebrauch.

Initiiert wurde Slamburg vom Lyriker und Slampoeten Boris Preckwitz und > Tina Uebel, Schriftstellerin und Verlegerin; seit 1999 hat > Hartmut Pospiech, Autor und Vorsitzender des Writers’ Room, Preckwitz abgelöst.

Preckwitz und Uebel, beide schwer beeindruckt und begeistert vom Nuyorican Poets Café (Uebel), bzw. der Nuyorican Touring Group (Preckwitz), slammten 1996 bei den ersten Laola-Club Kampflesungen im selben Team – die Initialzündung, wenige Monate später erblickte Slamburg das Licht der Bühne. Von Anfang an stand die Hamburger Slamszene in regem Austausch mit der amerikanischen – mit Kurt Heintz, Verfasser der „Incomplete History of Slam” nahm 1996 der erste US-Slammer bei einer Laola-Kampflesung teil, es folgten im Laufe der nächsten Jahre Besuche und Auftritte weiterer Slamlegenden wie Marc Smith, Bob Holman, Michael Brown, Maggie Estep, Hal Sirowitz, Beau Sia, June Melby, Wammo, Beth Lisick, Jeff McDaniel, Brendan Constantine, Mike Ladd.

Auch das innerdeutsche und europäische Slamnetzwerk wächst exponentiell, Slamburg freut sich über die vielen anreisenden Slammer aus anderen Städten, das Slamburger Team gibt sein bestes auf den National Slams, 1997 in Berlin als Gewinner mit besonderem Erfolg. Im Jahr 2001 richtete Hamburg den dreitägigen deutschsprachigen „German International Poetry Slam” in den Räumen der Markthalle aus.

Von 2002 bis 2005 erschienen im Rotbuch Verlag die „Slamjahrbücher”, herausgegeben von den Slamburg-Veranstaltern Hartmut Pospiech und Tina Uebel.